Projekte: Klimaschutz

Es ist noch nicht sehr lange her, da gab es den Begriff Klimawandel im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Menschen noch gar nicht. Es hat ein paar Jahre gedauert, bis die Menschheit ihre Schuld eingestanden hat, doch heute, nur ein paar Jahre später, gibt es keinen Zweifel mehr an einer der größten Gefahren für die Menschheit und die Natur. Das unfaire am Klimawandel ist, dass wir in den Industrienationen - obwohl für die Kriese hauptverantwortlich - den geringsten Schaden haben werden, vielleicht sogar davon profitieren.  

Natürlich können Sie und ich den Klimawandel nicht aufhalten. Aber zum Glück sind wir ja nicht alleine.  7,6 Milliarden andere Menschen können uns dabei helfen. Das gibt Anlass zur Hoffnung.

Wir vom Naturmilchhof Gartetal versuchen tagtäglich unser Handeln zu Gunsten des Klimaschutzes zu verbessern. Dabei spielt die Versorgung mit erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle.

  • Auf unserem Acker wurde die erste Windkraftanlage im Landkreis Göttingen errichtet.
  • Für unsere Wärmeversorgung nutzen wir Sonnenwärme und Holz.
  • Mit Hilfe unserer Solaranlage sowie unserer Ökogasanlage (Betrieb nur mit Gülle) produzieren wir mehr Strom als wir im Betrieb, der Molkerei und im Haushalt verbrauchen.
  • Durch die Schaffung von Grünland und eine humusmehrende, vielseitige Landbewirtschaftung binden unsere Flächen große Mengen des klimaschädlichen CO2.
  • Durch unsere ausschließlich regionale Vermarktung sparen wir gegenüber den großen Molkereien  viel Kraftstoff und damit CO2 ein. Mit einer Verkürzung der Fahrstrecken auf unseren Liefertouren haben wir den Anfang zu einer weiteren Optimierung gemacht.  

Weitere Taten folgen.

Die Kuh als Klimakiller

Bei uns in Deutschland verursacht die Landwirtschaft etwa 14 % der klimaschädlichen Emissionen. Etwa 3 % davon stammt von Rindern, die das bei der Pansenverdauung entstehende Methan freisetzen. Das von den Wiederkäuern produzierte Methan reichert sich jedoch nicht in der Atmosphäre an. Es wird durch Oxidation innerhalb von 10 bis 15 Jahren zu Kohlenstoffmonoxid (CO1) und dann weiter zu Kohlenstoffdioxid (CO2) abgebaut, wodurch es seine klimaschädliche Wirkung verliert. Denn dieses CO2 wird von den Futterpflanzen der Rinder bei der Photosynthese wieder der Atmosphäre entzogen - eine geniale Kreislaufwirtschaft. Solange sich der Kohlenstoff ( C ) als Methan  in der Atmosphäre befindet, besitzt er zwar seine klimaschädlichen Eigenschaften, aber wie gesagt über 97 % der deutschen Klimagase stammen aus anderen Quellen, vor allem aus der Industrie, dem Verkehr und der Energiegewinnung.

Wenn man bedenkt, dass die Dinosaurier etwa 10 mal so viel Methan ausgestoßen haben wie heute die Rinder, wird klar, dass die Wiederkäuer nicht der Verursacher des Klimawandels sind, sondern ein wichtiger Teil der Evolution. Ohne Wiederkäuer, die durch Grasen die Landschaft freigehalten und neue, vielseitige Lebensräume geschaffen haben, hätten weite Teile der Erdoberfläche niemals die unglaubliche Artenvielfalt der letzten Jahrhunderte hervorgebracht. Besonders die Haltung von widerkäuenden Nutztieren ( Rinder, Schafe, Ziegen ) hat für die Entstehung der wertvollsten Biotope gesorgt. Die Wiese des 17. bis 19. Jahrhunderts gilt als Regenwald Mitteleuropas. Kein anderer Lebensraum bietet eine derartige Artenvielfalt ( Buchtipp:  " Die Wiese " von Jan Haft ).

Einen weiteren Aspekt darf man nicht übersehen, wenn man von Kühen als Klimakiller spricht: Rinder dienen der Erzeugung von hochwertigen Lebensmitteln und tragen dadurch wesentlich zur Ernährung der Weltbevölkerung bei, während fast alle anderen Treibhausgasproduzenten lediglich für den Wohlstand unserer Konsumgesellschaft sorgen. Wer würde sich ernsthaft für Urlaubsflüge, SUV und Wäschetrockner entscheiden, wenn seine Kinder dafür ein Leben lang hungern müssten ?

Immerhin sind 60 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche Grünland, welches nicht in Ackerland umgewandelt werden kann ( zu trocken, zu nass, schlechte Fruchtbarkeit, zu steinig für eine Bearbeitung, steile Hanglagen, versalzen usw.). Nur mit Hilfe von Wiederkäuern kann das dort teilweise sehr spärlich wachsende Gras in hochwertige Lebensmittel wie Milch und Fleisch umgewandelt werden. Würde man die Haltung von Wiederkäuern einstellen, müsste die Bewirtschaftung der vorhandenen Ackerflächen derart intensiviert werden, dass man über die Folgen für das Grundwasser, die Artenvielfalt in der Landschaft und die Qualität der dort erzeugten Lebensmittel erst gar nicht nachdenken möchte.

Übrigens produzieren wir auf dem Naturmilchhof Gartetal unsere Milch fast ausschließlich aus Gras. Während Hochleistungskühe heute zu etwa 85 % von Ackerfrüchten wie Silomais und Getreide leben ( in reinen Grünlandregionen etwa 50 % ) liegt der Anteil bei unseren Kühen bei etwa 5 % Getreide. Der Einsatz von Sojaschrot aus Südamerika, für welches wertvoller Regenwald gerodet wurde, ist für Biobetriebe bekanntlich schon von Beginn an verboten gewesen. Der Ökolandbau hat sich schon in den 70 Jahren gegen die Abholzung der Regenwälder und das Verfüttern der Lebensmittel der hungernden Bevölkerung ausgesprochen.
Unter " Unsere Ökogasanlage " lesen Sie, wie wir z. B. durch gasdichte  Abdeckung die Methanemissionen bei der Güllelagerung deutlich verringern.

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